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PC Booster4
Vertreiber: www.Blitzbox.de
Preis: 29,95€
Die Tuningsoftware wirbt mit enormen Leistungssteigerungen, die durch einen internen Benchmark belegt werden.
Es reklamiert für sich, Windows auf die Sprünge zu helfen und sogar aus der Hardware einiges an Performance
zu quetschen, spezielle Optimierungen für XP wären eingebaut.
Getestet wurde der Booster auf einer mittleren Hardware mit XP Pro-SP2, 2GHz CPU, einer 80 GB Festplatte, sowie einem
anspruchsvollerem System mit Pentium4 3Ghz und Hyperthreading, jeweils mit 1Gbyte Hauptspeicher bestückt und zum Test
auch in der Magerstufe mit nur 256MByte betrieben.
Installiert ist die nur 5MByte große Software in Sekundenschnelle.
Neugierig gestartet wird Autotuning angeboten, das System einer
Optimierungsmessung unterworfen die rund 2 Minuten dauert und
den Eingangsbenchmark beinhaltet.
Der dauert erstaunlicherweise nur 3 Sekunden und wird leider nicht angezeigt.
Nach diesem Autotuning wird eine Liste der gefundenen Optimierungen angezeigt,
die derzeitigen Werte werden intern gesichert und das System möchte neu
gestartet werden.
Bild: Das möchte man alles tunen, sagt der Booster nach der Analyse
Optimiert wurden laut Anzeige der Prefetcher, die Schriftartenglättung,
Menügeschwindigkeit, der CD-Cache, E/A Support für schnelleren Festplattenzugriff,
Ultra-DMA wurde aktiviert und Windows veranlasst die Kerneldateien auszulagern.
Die gefundenen Tuningwerte unterscheiden sich auf verschiedenen XP-Systemen
nicht sonderlich und werden einem Standardset entnommen.
Nach dem Neustart kann man den Benchmark abrufen und schaut beeindruckt auf die Ergebnisse.
Ein berauschendes Ergebnis, das neugierig macht.
Ein Festplattenleistungszuwachs von 145% wird ausgewiesen,
eine Menügeschwindigkeit von 172% und die Bootgeschwindigkeit soll
sich um unglaubliche 250% verbessert haben. Eine Erklärung wie
diese Zuwächse erzielt werden, bleibt das Programm schuldig.
Bei einem wirklichen Festplattentest wäre dies nicht zu
überhören
und dauert auch wesentlich länger als 3 Sekunden.
Die Kontrolle mit der Stoppuhr an den gleichen unbehandelten PCs
versus den "getunten" ergibt keinerlei Zuwächse an Geschwindigkeit, das System bootet unbeeindruckt in 21 Sekunden
hoch, ob mit oder ohne diese Tuningmaßnahmen, also nicht die Spur
einer Verbesserung.
Einzig die Menügeschwindigkeit ist signifikant und spürbar verbessert worden.
Erstaunlich ist die Einstellung, die UDMA angeblich für die Festplatten
festlegt und hier angeblich weitere Performance herausgeholt haben soll.
Selbstverständlich laufen diese in dem entsprechenden Modus, das Programm
hat nur einen für diese Systeme nutzlosen Eintrag »EnableUDMA66« hinzugefügt,
moderne Festplatten laufen viel schneller, diese hier mit UDMA133.
Die Kernsystemdateien sind nun ausgelagert wird auf der Autotuningseite behauptet, eine nicht änderbare
Standardeinstellung in XP, sogar eine irreführende Anzeige. Diese
Kerneldateien sind immer ausgelagert, wie jeder schnell im Taskmanager
unschwer feststellen kann.
Tatsächlich ist aber »DisablePagingExecutive« eingeschaltet worden um das Auslagern zu verhindern,
bei XP wirkungslos, netter Versuch.
Der Prefetcher soll angeblich optimiert worden sein und weist nun den Wert 5 in der Registry auf.
Die Datenbank von Microsoft erzählt aber nur von Werten bis 3. Umgerechnet in Binär
ergibt dies die beiden Bits 0 und 1 als gesetzt. Bei dem vom Booster neu geschriebenen Wert 5 hingegen
ist Bit 0 und 2 gesetzt, hingegen Bit 1 gelöscht. Das ergibt laut Microsoft
eine abgeschaltete Bootoptimierung.
Die Entwickler haben die Funktionsweise in XP nicht verstanden, das System wird dadurch keinen deut schneller.
Die angeblich besseren E/A Zugriffe sind seltsam durchgeführt worden, der Schlüssel IOPageLockLimit
wird auf nur 64KByte sehr niedrig, LargeSystemCache wird gottlob nicht gesetzt. Durch den veringerten IO-Bereich
jedoch wird das System bei Plattenzugriffen schon spürbar langsamer,
bei großen Dateien wie Videos klopfen die Finger nun auf die
Tischplatte. Nimmt man die Änderungen später zurück, wird IOPageLockLimit
wieder auf 0 gesetzt, was dem ursprünglichen Wert von 512Kbyte entspricht.
Die gemachten Änderungen zurücksetzen ist ebenfalls nur eingeschränkt
möglich, es wird nur ein Satz als Backup gespeichert, erfährt man bei
genauem Studium der Hilfe. Diese Einschränkung verhindert einen
schnellen vergleich diverser Einstellungen, andere Programme lösen das
besser.
Natürlich sind noch Tuningmaßnahmen per Hand zu erledigen wie
»Nicht benötigte DLLs sofort entladen«, ebenfalls ein seit W2K nicht mehr funktionierendes
Relikt, in XP für das der Booster angeblich optimiert ist, natürlich
auch nicht.
Den Systemcache zu vergrößern, in das Multitasking einzugreifen und die Hintergrundpriorität ändern
ist auch möglich. Ohne Kenntnis der Werte und was genau passiert sollte man hier nicht dran drehen, die eingebaute Hilfe gibt oft nur schwammige Auskunft.
Der Größe der MFT-Datei lebenswichtig für das Dateisystem kann man
auch zu Leibe rücken. Auch hier ist die Erklärung was genau passiert
und welchen Effekt es hat, nur zu schwammig erklärt. Was die Schritte
bewirken, um wieviel sich diese Datei in der Größe ändert, erfährt
man nicht. Kurzgefasst - um jeweils 12,5 Prozent bis 37,5 Prozent des
Volumes lässt sich der Bereich vergrößern, sagt die technische
Datenbank von Microsoft. Windows muss man nur bei besonderen
Anforderungen hier eine Hilfe geben.
Ein besonderes Bonbon ist die Möglichkeit den Speicher zu optimieren und angeblich freizuschaufeln,
das macht das Programm sogar wirklich.
Leider mit dem natürlichen Effekt, das System wird erst einmal langsamer
weil sämtliche Resourcen ausgelagert werden was man an der kurzfristigen Größenänderung der Pagefile sieht.
Danach hat Windows alles wichtige nicht mehr im Speicher und muss es wieder
von den Festplatten nachladen, auch diese Einstellung ist also kontraproduktiv.
Der Burn-In Test bezieht sich entgegen den Angaben nur auf die CPU und ist in der maximalen Einstellung
in etwas mehr als drei Minuten erledigt mit dem angezeigten Ergebnis dass die CPU stabil ist,
eine enorme Aussagekraft ist das nicht.
Da die Hilfe als HTML-Seiten abgelegt sind, werden Benutzer eines anderen Browsers als dem
Internetexplorer, hier den Firefox 1.06, nur die erste Seite sehen, ein Fehler im Javascript verursacht das.
Weitere Tuningmaßnahmen zu beleuchten gäbe es schon noch, allein der Platz
in der Druckausgabe reicht nicht.
Eventuell werden noch die eine oder andere Einstellung hier auf den
Prüfstand gebracht und nachgeschoben.
Fazit: Diesen Booster benötigt man nicht.
Michael Bormann
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