| zurück |
|
Verwirrende Größenangaben bei Speichermedien veranlassen
den einen oder anderen Käufer immer wieder zur Reklamation.
Die soeben erstandene 300 Gigabyte Festplatte bringt unter Windows nur 279,4 Gigabyte zur Anzeige, wobei der frei nutzbare Platz sogar noch
etwas kleiner ausfallen kann und darf.
Wer nun bei der Angabe geschummelt hat mag dahingestellt sein, richtig ist
die Angabe nur wenn die entsprechende Basis zur Berechnung herangezogen wird.
Diese unterscheidet sich aber von der gesetzlichen zur technischen Angabe
ein klein wenig, sodass man dem Computer und nicht Windows eine kleine
Schwindelei unterstellen könnte. Der Mensch rechnet mit dem Dezimalsystem und somit ergibt die Potenz von
10 hoch 3 nun einmal 1000 was gemeinhin
als Kilo bezeichnet wird. Der Computer benutzt hingegen als Basis das Dualsystem mit der kleinsten Einheit
das »Bit« welches zwei Zustände darstellen kann. Die irreführende Angabe für den
Computer entstand, indem man die Zustände von 10 dieser Bits ebenfalls als Kilo bezeichnete,
einen Wechsel von einem zum anderen Zahlensystem. Hier ergibt die Basis 2^10 allerdings 1024
als zusammengefasste Einheit, das KBit und zudem falsch bezeichnet da diese Einheit Kilo
abgekürzt »K« schon vergeben war und richtigerweise »KiBit« lauten müßte.
(Wikipedia)
Die eigentümliche Rechenweise eines Computers geht aber noch weiter.
Die nächsthöhere Einheit würde man aus menschlicher Sicht mit einer Zusammenfassung von 10 Bits
ansehen, dies macht der Computer aber nicht und er nimmt wegen der Zeichendarstellung 8 Einheiten dafür
und diese Einheit nennt sich »Byte«. Mit den 8 verschiedenen Bits lassen sich 256 verschiedene Zustände
darstellen und auch die lesbaren Zeichen und Buchstaben. Speicherplatz in der Anfangszeit war
knapp und teuer, also wurde in dieser Hinsicht gespart und optimiert.
Wie kann man als Käufer nun schnell und ohne lange Zahlenkolonnen die Richtigkeit der Computeranzeige
überprüfen, vornehmlich bei Speicherangaben für Laufwerke. Oder sich im Voraus darüber im klaren zu sein,
was einem der Computer wohl anzeigen wird.
Nehmen Sie einfach die aufgedruckte Verkaufsanzeige, hier die
300 GByte und multiplizieren dies überschlägig mit 0,93 »korrekt 0,931875«.
Bei einer DVD mit dem Aufdruck 4,7 GByte bekommt man als Ergebnis 4,371 GByte nutzbare Kapazität und kann dem Computer wieder vertrauen.
Interessant in diesem Zusammenhang dürfte auch die Feststellung sein dass der Verpackungsaufdruck
für Hauptspeichermodule sowie USB-Sticks und Multimediakarten wieder der vom Computer
angezeigten Größe entsprechen. Somit wird offensichtlich die vereinfachte Größenangabe
gerade für Festplatten zugunsten besserer Werbewirksamkeit ausgenutzt.
Zeigt der Computer hingegen nur 137 GByte an, fehlen diesem die technischen Möglichkeiten
mit derartigen Kapazitäten umzugehen. Eine Limitation, die für Windows XP mit dem Servicepack2
behoben wurde.
Michael Bormann
|
|
|