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Daten sammeln und horten macht Spaß.
Bei den großen Festplatten, bis zu 400 GByte gibt es derzeit schon,
ist auch jederzeit genügend Platz bei günstigen Preisen pro MByte
vorhanden. Zunehmend werden Platten zu einem Verbund mit der Bezeichnung
Raid1 geschaltet. Dabei soll eine weitere Festplatte die Datensicherheit
gewährleisten indem sie die gleichen Informationen wie die erste
beinhaltet.
Was für den Heimanwender mit 2 Platten aus dem Elektronikmarkt nebenan
günstig erworben gelten mag, darf und sollte für ein Unternehmen nicht
das alleinige Kriterium sein, nämlich der Preis /MByte.
Schaut man sich die Daten einer HD an, stellt man erhebliche
Unterschiede fest, bezogen auf Umdrehungszahl, Zugriffszeit, internem
Zwischenspeicher [Cache], mittlere Lebensdauer [MTBF] und Technologien
wie SCSI, IDE, ATA, S-ATA. Dies sind offensichtliche Informationen, aber
eine weitere Klassifizierung taucht seltener auf und wird überlesen, da
das Auge zu leicht an der Preisangabe hängenbleibt. Die Bezeichnung
"Servergeeignet" oder ähnlich ist mit einem weitaus höheren
Preis verbunden, als dies bei herkömmlichen Desktop-HD's der Fall
ist.
Der Unterschied ist aber gravierend für die Datensicherheit im
Unternehmen wo die Server 365 Tage rund um die Uhr, 8760 Stunden ohne
Unterbrechung laufen sollen. Eine Desktop-HD zum Vergleich im
Unternehmens- oder Privat-PC läuft "nur" 8 bis 10 Stunden am
Tag, dafür ist diese ausgelegt, nicht aber unbedingt für Dauerbetrieb.
Diese oft nicht genannte Eigenschaft verbirgt sich gelegentlich hinter
dem Begriff POH (Power on Hours).
Wäre eine HD für Dauereinsatz gedacht, sollte dieser Wert 732 Stunden
pro Monat betragen. Dieser Wert bedeutet nun aber nicht, dass die
Festplatte bei Überschreitung der Nutzungsdauer automatisch einen
Defekt aufweisen wird.
Wenden wir uns
der Leistungsfähigkeit zu, stellen wir ebenfalls Unterschiede zwischen
Server- und Desktop-HD's fest. Ein Server bedient mehrere Benutzer
gleichzeitig, während der PC am Arbeitsplatz nur auf ein Kommando
hört. Übertragen auf die Festplatten ergibt sich, dass die HD im
Server mehrere Kommandos mehr oder weniger gleichzeitig ausführen
sollte, oder diese ähnlich einer Routenberechnung optimieren muss um
Wege auf der Plattenoberfläche einzusparen. Diese Eigenschaft nennt
sich Command Queing und liegt bei teuren SCSI HD's bei 256 Kommandos,
während ATA oder S-ATA HD's nur 16 verarbeiten können. Bei neueren
S-ATA's ist die Zahl meines Wissens nach auf 32 erhöht worden. Es gibt
aber auch Hersteller, die ATA - oder S-ATA Laufwerke für den
Dauereinsatz zertifiziert haben, die auch entsprechend mehr
kosten.
Der Administrator wird kaum einem nichttechnischen Entscheider klar
machen können, warum er eine Platte kaufen soll die gut 20 Mal teurer
ist als die in seinem neuen Lidl- oder Aldi-PC, mit dieser Erklärung
könnte es aber gelingen.
Greifen wir das Thema Datensicherheit abschließend auf. Der Server hat
ein Raid5 mit eben diesen preiswerteren Festplatten im Betrieb, dann ist
in der Praxis folgendes Szenario oft vorgekommen.
Eine der vier HD's fungiert als sogenannte Reserveplatte für die
anderen Drei und ergibt optimale Sicherheit? Nun hat eine HD's einen
Defekt, die Ersatzplatte springt ein und der Raidverbund ist stark
beschäftigt mit der Wiederherstellung.
Die nun folgende Beanspruchung nimmt eine weitere Festplatte übel,
wegen hoher thermischer und mechanischer Belastung, fällt aus und der
Raidverbund ist endgültig hinüber. Datenverlust ist das Ergebnis neben
der Ausfallzeit der EDV und dem unplanmäßigen Leerlauf der betroffenen
Mitarbeiter die nicht mehr an die Unternehmensdaten kommen.
Es lohnt sich also für den Einsatzzweck Dauerbetrieb im Server
zertifizierte Festplatten einzusetzen, der Mehrpreis rentiert sich
doch.
Michael Bormann
IDE
Integrated Disc Electronic.
Beschreibt Geräte mit integrierter Controller-Elektronik gemäß der ATA-Spezifikation. Die
IDE-Schnittstelle wird oft gleichgesetzt mit der Bezeichnung ATA-Schnittstelle
SCSI
Small Computer System Interface.
Allgemeine Bezeichnung für SCSI-1 bis -3 und CCS (Common Command Set). SCSI ist ein Bus (Kanal)
vorwiegend zum Anschluss von Peripheriegeräten an Rechner/Server.
MTBF
Mean Time Between Failures.
Die mittlere Zeitspanne zwischen Fehlern. MTBF dient für die Kennzeichnung der Zuverlässigkeit
eines Geräts und ist als Durchschnittswert anzusehen.
PIO-Mode
Abkürzung für programmierten Input/Output.
Daten zwischen Laufwerk und Hauptspeicher werden mit Hilfe von IN/OUT-Befehlen über
die CPU ausgetauscht. Der schnellste PIO-Mode 4 erreicht 16,6 MByte/s.
ULTRADMA
Schnelle Übertragungsmodi der IDE-Schnittstelle.
UltraATA/33 oder UltraDMA/33 (korrekte Bezeichnung) ermöglichen eine maximale Transferrate von 33 MByte/s
über die Schnittstelle. UltraATA/66 und UltraDMA/66 erhöhen den Datentransfer auf maximal 66 MByte/s.
UltraATA/100 liegt bei 100 MByte/s.
Zeitverhalten der Übertragungs-Modi
Die ATA-Spezifikation legt drei grundlegende Übertragungsprotokolle für die IDE-Schnittstellen
fest. Es sind der PIO-Mode 0 bis 4, der Multiwort-DMA 0 bis 2, und der UltraDMA 0 bis 4,
wobei 3 für UltraDMA/33, 4 für UltraDMA/66 und 5 für UltraDMA/100 steht. Die PIO-Modi benötigt die CPU,
um Daten von der Festplatte in den Arbeitsspeicher zu übertragen. Beim DMA- und UltraDMA-Transfer
erfolgt der Datenaustausch über das PCI-Busmastering
ohne zutun der CPU. So ergibt sich zwangsläufig der Vorteil einer geringeren CPU-Belastung im
DMA-Modus. Ein Vorläufer des Multiwort-DMA-Modus ist
Einzelwort-DMA-Mode. Er funktioniert ähnlich,
kann jedoch pro Transfer nur ein statt mehrerer Datenworte hintereinander übertragen. Multiwort-DMA
hat Einzelwort-DMA abgelöst und spielt heute keine Rolle mehr.
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