GAZ / WZ  vom 05.02.2005

Leichtes Windows

Ein leichtes Windows XP wird in den nächsten Tagen 
bei vorkonfigurierten PC's geordert werden können.
Am Preis ist es nicht auszumachen um welche Version es sich handelt,
sondern nur an der von der EU-Kommission verordneten Abspeckung.
Microsoft wurde dazu aufgefordert, ein Windows ohne den Mediaplayer
in den Handel zu bringen und gleichzeitig die Schnittstellen dazu
zu veröffentlichen. 
Der derzeitige Name ist "Windows XP Reduced Media Edition", was sich aber wegen erneuter  Reklamation der EU-Kommission sicher noch einmal ändert.
Für den Anwender bedeutet dies, der PC ist ohne diesen Mediaplayer 
nicht in der Lage Musik oder Videos abzuspielen.
Verschiedene Player kann man im Internet finden, für jeden Zweck gibt es etwas, aber vor dem Genuß ist erst einmal Arbeit angesagt um das System wieder in die Lage zu versetzen.
Ob die nächstens zu erwartenden PC's der Discounter dieses XP beinhalten
bleibt abzuwarten, aber vor dem Kauf sollte man sich halt informieren.
Für PCs ohne Video- und Musikwiedergabe erwarten wir keine Nachfrage,
so der Tenor der großen Lieferanten. 
Selbst in Unternehmen ist es nicht mehr unüblich Videos anzusehen - rein dienstlich  - etwa vom letzten internen Workshop oder der Besprechung mit Ton natürlich und am Arbeitsplatz. 
Hier bringt der Einsatz der abgespeckten Windowsversion keinen Vorteil, eher 
zusätzliche Kosten für die Auswahl, Beschaffung und gegebenenfalls 
Lizensierung geeigneter Software. 

Eine solche Magerversion kann man aber nicht nur direkt käuflich erwerben,
sondern dafür geeignete Werkzeuge findet man auch im Internet, um Teile aus dem komplexen Betriebssystem zu schneiden.  
Da es eine Modeerscheinung zu sein scheint sich sein persönliches Windows zu basteln gibt es auch hierzu Hilfen im Internet. Etliche Anleitungen werden per Suchmaschine an das Licht gefördert, sucht man nach den Begriffen Windows und Lite oder auch nach nLite.
Angebliches Ziel dieser Anleitungen ist es, Windows schneller zu machen, aber auch nach Meinung der Verfasser unnütze Teile zu entfernen. Damit sind jene Dinge gemeint, die  keinen Nutzen bringen sollen oder eine vermeintliche Gefahr darstellen. 
Aber auch um die Installation einfacher zu gestalten, werden Treiber und Erweiterungen gelegentlich  hinzugefügt. Das Ergebnis ist eine personalisierte CD mit Windows, die in einem Rutsch  ein komplettes Betriebssystem fix und fertig installiert. 
Eigentlich eine angenehme Sache die aber auch so ihre Tücken haben kann, wird unbedacht  eine in das System integrierte Anwendung wie der Internetexplorer herausoperiert.
Die Probleme fangen dann bei der nicht mehr funktionierenden Hilfe an und enden beim automatischem Update. Je nach Anwendungszweck kann es dem Benutzer passieren,  dass eine gekaufte Anwendung installiert wird aber dann nicht mehr wie gewünscht funktioniert.
Meist ist dann auch verdrängt worden eine abgespeckte Version eingesetzt zu haben und eine langwierige Fehlersuche kann die Folge davon sein. Echten Gewinn oder mehr Platz hat man durch solche Aktionen selten, eher merkwürdiges Fehlverhalten bis hin zum Absturz  des System.

Michael Bormann