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Einen PC der auf sich selbst aufpasst und sich bei Fehlern eigenständig repariert wünscht sich wohl jeder.
Mit ein wenig Aufwand soll es so etwas angeblich geben, schenkt man dem Artikel eines Magazins Glauben.
Auf über vier Seiten wird aufgezählt, was alles an
»nützlichen« Erweiterungen für Windows unbedingt nötig ist.
Nach einer Installations- und Konfigurationsorgie die dort beschrieben wird, soll der PC umfassend geschützt
sein und auf sich selbst aufpassen.
Ein Hardware-Ausfall wird erkannt - da Temperatursensoren und Lüfter überwacht werden. Das ist als sinnvoll anzusehen,
ein automatisches abschalten des PCs bei überschreiten
bestimmter Schwellwerte kann man befürworten.
Dass ein aktueller Virenscanner installiert ist, bedarf keiner weiteren Frage mehr und ist leider notwendig.
Völlig überflüssig sind sogenannte Placebos, die angeblich den Arbeitsspeicher optimieren, defragmentieren und
das System beschleunigen. Windows kann dies von Haus aus viel besser, eine derartige Hilfe pfuscht hier nur im System herum.
Selbst ein weiteres Programm zum defragmentieren von Dateien läuft den Bemühungen
von Windows oft in die Quere, besser geeignet hierfür ist das integrierte
Defrag.exe denn es verwendet besondere von Windows bereitgestellte Informationen
zum Optimieren.
Wie Dateien unsauber gelöscht werden können wird in dem Artikel nicht weiter erklärt,
aber nach Auffassung des Magazins geraten diese mit anderen
Programmen in Konflikt und bringen das System zum Absturz.
Das ist völliger Unsinn: Dateien werden entweder gelöscht, oder mangels der notwendigen Rechte dazu
eben nicht.
Eine Reinigung der Registry wird auch immer wieder gern vorgeschlagen,
der Nutzen ist jedoch höchst zweifelhaft. Schneller wird Windows
dadurch nicht, aber sehr leicht können wichtige Teile der Registry
beschädigt werden, oder Funktionen beeinträchtigt. Keines der
Programme kann jeden Schlüssel in der Registry kennen, deswegen hat
Microsoft selbst ein derartiges früher entwickeltes Programm auch
wieder zurückgezogen. Nur Einträge beseitigen verkleinert die Registry
natürlich nicht, der Start von Windows wird dadurch nicht beschleunigt.
Die vermeintlich gewonnenen Millisekunden sind auch mehr ein
Bauchgefühl denn Wirklichkeit. Jeder Fehler in Windows
der mittels WindowsUpdate behoben wird, kann auch neue oder geänderte Einträge
in der Registrierungsdatei beinhalten.
Antispy-Werkzeuge die ein angebliches telefonieren von Windows abschalten, behindern nicht
selten auch die Funktion des automatischen Windowsupdates. Fatal, wird gerade eine Sicherheitslücke dadurch nicht mehr umgehend gestopft.
Einen weiteren Schutz für die Systemdateien von Windows benötigt
man auch nicht, das erledigt Windows selbst und richtig, Stichwort SFC,
oder eine regelmäßige Sicherung durch den Benutzer.
Besonders gefährlich können Automatismen werden, die in Dialogen
selbst den OK-Button betätigen. Derartige Ergänzungen zum Windows sollten
wirklich mit Bedacht eingesetzt werden. Wie leicht kann ein Dialog bestätigt
werden, der Schadsoftware auf diese Art in das System läßt.
Der Hinweis auf eine automatisierte Datensicherung der selbst erstellten
Dokumente, Videos und andere Dateien ist sinnvoll, erfolgt diese Sicherung
nicht auf nur die im PC laufende Festplatte. Wer zudem mit eingeschränkten
Rechten im Internet surft und nicht jeden Mailanhang bedenkenlos öffnet, hat schon
ein sauber funktionierendes Windows.
Michael Bormann
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