| 19.12.2006 |
Cleaner, Reiniger und entschlacken? |
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Immer wieder erscheinen neue Versionen sogenannter Registrycleaner und Optimierer die mit einem einfachen Mausklick viel versprechen. Die Versionsnummer orientiert sich nicht selten an der nächsten Jahreszahl und verspricht erstaunlicher Weise immer wieder gegenüber der vorherigen Version weitere Verbesserungen.
Das System soll dabei generell schneller werden, stabiler, sicherer und
nicht zuletzt von nicht benötigten Dateien gesäubert werden soll es
auch noch. Schneller? Ein langsames Windows beim Start oder Herunterfahren
verleitet dazu, derartige Werkzeuge zu nutzen. Manchmal klappt das auch
und bei einigen Benutzern geht dies auch eine gewisse Zeit gut, bis dann
Meldungen auftauchen die davon klagen: NTLDR nicht gefunden, oder das
System startet permanent neu oder etwas kryptischer "Windows konnte
nicht gestartet werden da folgende Datei fehlt oder beschädigt
ist" mit einer Pfadangabe zu einem Teil der Registry. Stabiler? Läuft Windows nicht rund und stürzt ab, so liegt es eher an Treibern oder Anwendungen die Fehler verursachen, neben möglicher Fehlfunktion der Hardware z.B. dem Hauptspeicher. Zwei Anwendungen die gleiches erledigen sollen und sich dabei behindern, können Fehler bewirken. Ob das nun zwei Virenscanner sind (manchmal reicht einer völlig zur Instabilität) oder Faxsoftware oder Brennsoftware, das kann eine Tuningsoftware nicht erkennen und auch nicht beheben. Erweiterungen im Explorer als Beispiel können diesen aus Benutzersicht unmotiviert dazu veranlassen, sich zu beenden und wenn man Glück hat startet der auch wieder. Einstellungen am Speichermanagement von Windows bringen hier nichts, es gilt die Ursache zu finden was die Softwarekategorie sicher nicht kann. Sicherer? Dienste abschalten die angeblich nicht benötigt werden oder Updates verhindern, kann man machen aber dann auch später an derartige Dinge denken wenn etwas nicht funktioniert. Besonders fatal wird es, die Pagefile beim Herunterfahren zu löschen, wobei es ein Übersetzungsfehler ist und leeren lauten müsste. Anschließend merkt man nach einiger Zeit, das abschalten dauert länger als sonst und nutzt zusätzlich Tipps zum schnellen Herunterfahren. Damit ist die Zeitbombe aktiv und wartet nur auf eine Gelegenheit, sich wirkungsvoll zu melden mit "NTLDR nicht gefunden" oder anderen Meldungen. Unnötige Dateien, überflüssige DLLs entfernen? Solange die vorgegebenen Pfade Temporäre Dateien im
System oder des Internet Explorers genutzt werden, ist das
ungefährlich. Sicher auch Cookies können gelöscht werden und der
Cache des Internet Explorers kann sogar erheblich verkleinert werden.
Dieser belegt oft mehrere Hundert Megabyte und wird in dieser Größe
nicht benötigt. Die Einträge sind leicht zu lesen, steht unter Wert
eine 0, so könnte diese Datei entfernt werden, weil von niemand
mehr benötigt. Nicht immer stimmt dieser Zähler auch und nicht alle
Dateien im System sind dort aufgezählt. Dieser Zähler ist nämlich
auch abhängig von der Installationsroutine einer beliebigen Anwendung. Defragmentieren der Registry? Meist beschränken sich diese Werkzeuge darauf, die
Dateien die zur Registry gehören zusammenhängend auf der
Festplatte anzuordnen. Messbarer Erfolg: keiner, aber ein gutes
Bauchgefühl stellt sich ein? Bei gewissen Dingen sollte man mit den Werkzeugen etwas
defensiver sein. Selbsthilfe ohne kostenpflichtige Tuningtools Problem langsamer Start: Das Boardmittel msconfig einsetzen und unter Systemstarts
aufräumen. Wie im Bild zu sehen, die manipulierte ausführbare Datei qttask.exe trägt sich unter dem von Windows ignorierten Key ein, es erfolgt kein automatischer Start der Anwendung mehr. Schädlich für die Auslesegeschwindigkeit der Registry ist dieser Eintrag keineswegs da niemand diesen Schlüssel in der als Datenbank konzipierten Registry abfordert. Andere Anwendungen sind manchmal ähnlich penetrant, keine Option zum ausschalten. Manche Virenscanner haben die Eigenschaft diese Schlüssel in der Registry zu "vernageln" so dass die Anwendung sich nicht wieder eintragen kann. Leider entsteht häufig ein Nebeneffekt, legitime Updates nutzen diese Schlüssel auch um nach einem Neustart gewisse Dinge zu erledigen. Das klappt aber nicht, sind diese Schlüssel blockiert und ein Meldungsfenster ob man das zulassen möchte wird entweder nicht gesehen oder ist versteckt hinter dem Fenster mit der Frage ob man nun neu starten möchte. Somit entstehen sehr leicht Probleme, auch bei der Installation von neuen Programmen. Ein schleichender Start kann aber auch durch Fehlkonfiguration vom Netzwerk verursacht werden. Eine Firewall wie Zonealarm oder NIS verlangsamen auch den Start. Sich von den Anwendungen trennen und die in XP vorhandene FW nutzen ist die Lösung, oder sich damit abfinden. Problem langsames Herunterfahren: Die Pagefile beim Herunterfahren löschen (leeren), diesen Punkt im Tuningtool abschalten sofern gesetzt war. Auch Anwendungen oder Dienste klemmen gelegentlich und verhindern oder verzögern das entladen der Registry. Ein Hinweis darauf findet man in der Ereignisanzeige. Microsoft hat hier eine Lösung parat: User Profile Hive Cleanup. Damit sollte schon eine Besserung erfolgen, ansonsten ist eine intensivere Untersuchung erforderlich. Problem Stabiler: Das Problem wird zwar Windows angelastet, liegt aber in
den vielfältigen Anwendungen und Treibern begründet. Je nach Fehler
ist die Meldung oder die ID in der Ereignisanzeige zu nutzen und damit
im Internet suchen. Als pauschale Ursache kann der Treiber für die
Grafikkarte, Festplatten (RAID Konfiguration), Netzwerk oder eine
ältere Anwendung in Betracht kommen. Hier ist das System zu beobachten,
wann passiert der Fehler, was passiert, gibt es eine Vorgeschichte? Problem Sicherheit: Dazu gehört zwingend das Servicepack 2 nebst der
nachfolgenden Updates. Ein aktueller Virenscanner darf einfach nicht
fehlen und muss auch täglich aktualisiert werden. Mails nicht einfach
öffnen und Links anklicken oder unbekannte Dateien darin starten
gehört zu den Grundübungen.
Besser mit einem alternativen Browser surfen, nicht den Internet
Explorer nutzen, wobei die Version 7 hier aufgeholt hat aber etliche
Benutzer Probleme mit Banking oder anderen Dingen haben. Bei wem der IE7
läuft und es keine Probleme gibt, der kann diesen nutzen, ansonsten
einen anderen Browser verwenden. Wie wenig objektiv und technisch korrekt derartige Pressemeldungen immer wieder sind und schlicht die Unwahrheit verbreiten, zeigt beispielhaft S.A.D zu seinem Registry CleanUp 2007. Fachunkundige Redakteure übernehmen diesen Unsinn immer wieder ungefiltert. Kostenfrei hingegen und tatsächlich wirksam ist das bekannte ERUNT inklusive NTREGOPT.
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