Die geheimsten Tricks, oder: neue versteckte Optionen für Profis?
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Sicher gibt es hin- und wieder etwas in Windows allgemein oder XP zu
entdecken,
eine bessere
Konfiguration der Oberfläche, gemeinhin auch GUI genannt,
ist sicher hilfreich.
Dass sich einige "Optionen" nicht über das GUI erreichen lassen ist
manchmal bedauerlich,
andere
sind etwas versteckter sodass man selbst überlegen muss: wo zum Henk..
war das noch mal einzustellen.
Einen völlig falschen Ansatz verfolgt ein sogenanntes Computer-Magazin mal
wieder analog zur Überschrift
in einer zufällig vorliegenden Ausgabe 8/2006 aus der Redaktion der Zeitschrift
Com!
34 Tipps verführen zum Basteln, obwohl im Hinweis im Kasten gesagt wird:
Zitat: Viele Standard-Einstellungen von Windows XP sind für fortgeschrittene Anwender ungeeignet.
Liest man sich die angebotenen Tipps durch kommt man sehr schnell zu dem
Ergebnis:
Wühlen in der Registry auch, besonders wenn für viele Dinge entsprechende
Werkzeuge bereitstehen,
oder Einstellungen auch über die Grafische Oberfläche
(neudeutsch GUI) erreichbar sind.
Sämtliche Tweaks werden hier über RegKeys durchgeführt, obwohl für etliche
Einstellungen das
Pendant über die reguläre und ungefährlichere Oberfläche
zur Verfügung steht, ohne zusätzliche Utilities.
Für einige ansonsten
schwerer zugängliche Schlüssel hat Microsoft TweakUI in seinen Powertoys [1]
bereitgestellt.
Neue Einträge im Kontextmenü sind nicht so einfach zu erstellen, hier
bleibt nur der Weg über die Registry, auch wenn es
ein paar Hilfen[2] dafür im
Netz gibt. Warum im ohnehin schon oft überladenem Kontextmenü noch die
Systemsteuerung,
Dienste, Gerätemanager, Regedit, Systemwiederherstellung
und msconfig auftauchen muss, ist schwer zu begreifen,
abgesehen von der
nun ellenlangen Liste und der Genugtuung der Redakteure. Das sind Funktionen die
dort nicht sein
müssen und in die Kategorie Spielerei einzuordnen. Warum aber
im Explorer die Detailansicht und die Statuszeile
ausschließlich über die
Registry aktiviert werden soll, ist auch recht spannend weil es sowohl in
XP-Home als auch Pro
ohne Regbasteln funktioniert.. Besonders die
Statuszeile hat es in sich, so wird
vom Anwender erwartet ca. 1000 Zeichen
einzugeben. Immerhin wurde der Heft-CD die entsprechende Registrydatei
beigelegt.
Nicht weniger spannend sind noch die vorgegebenen Einträge im
Kontextmenü:
Jeweils mit shutdown als "forced" (erzwungener) Befehl mit 5
Sekunden Zeit zum nachdenken. Versehentlich aktiviert und
die Diplomarbeit wird ohne Warnung geschlossen - das geht sehr schnell.
Was fehlt wäre ein Abbruch, nur so schnell reagiert
wohl niemand. Aber diese Tricks sind eh nur für Poweranwender gedacht,
die natürlich sofort die Brisanz der Schalter
erkennen. Die Redaktion jedenfalls erklärt das mit keinem Wort, immerhin
spart man damit zwei Mausklicks, wichtig?
Bei dem Internetexplorer sollen die Browser-Helper-Objects (BHO) schlicht
durch löschen des Schlüssels entfernt
werden, sagt man. Dass diese Objects mitunter auch an anderer Stelle - in
HKey_Root stecken und der leere Schlüssel
dann zu anderen merkwürdigen Problemen führen kann, hat man im Eifer verdrängt. Man hinterläßt bei dieser
Methode
Reste im System, die zu absolut unvorhersehbaren Problemen führen
können. Was Windows Update mit so einem System
anstellt, oder was nicht mehr
geht, verrät die Redaktion lieber nicht. Besser wäre hier die Verwaltung des
Internetexplorers
zu nutzen, Extras und AdOns verwalten: hier die Änderungen vornehmen oder
deaktivieren und testen. Das ist für die
Stabilität des Systems und die Nerven des Benutzers viel besser.
Alternativ für unliebsame Einträge sollte noch besser
Hijackthis genommen
werden.
Warum im Startmenü hervorgehobene neu installierte Software unbedingt durch
Eingriff in die Registrierung abgeschaltet
werden muss statt über Eigenschaften
Startmenü (ungefährlicher Weg), ist auch nicht zu erkennen. Abstellen der
Fehlerberichterstattung geht ebenfalls leicht über die grafische Oberfläche,
Arbeitsplatz, Eigenschaften, Reiter Erweitert
Button Fehlerberichtserstattung, die Zeitschrift zieht es vor in der
Registry zu wühlen obwohl auch der Homebenutzer das GUI zur Verfügung hat. Die angesprochene Zeitersparnis ergibt sich so jedenfalls
auch nicht.
Die Speicherbereiche für 16-Bit Anwendungen zu trennen mag ja in Ordnung sein, nur ist die Erklärung falsch: es ist Standard seit Windows2000, reagiert auch nur bei 16-Bit Anwendungen und nicht für Kommandozeilen - also richtige 8-Bit Dosprogramme, die bleiben schön getrennt in einer separaten VDM.
Warum muss die Größe des Papierkorbs via Registry geändert werden, wenn es
doch auch viel einfacher per Rechtsklick
auf den Papierkorb zu erledigen ist zumal die Abbildung der Eigenschaft
gedruckt ist?
Übrigens sind wenige Änderungen in
der Registry sofort aktiv,
sondern diese werden
erst nach einem Systemstart neu eingelesen ( oder neu
anmelden des Benutzers), während die Oberfläche derartige
Änderungen an das
System mit einer entsprechenden Meldung gibt:
WM_SETTINGSCHANGE und Anwendungen
wie
der Explorer darauf mit den neuen Einstellungen umgehend reagieren. Das
macht er aber nicht, wird direkt in der Registry
geändert - diese gibt keine
Meldung an andere Anwendungen weswegen der Weg über die Oberfläche möglichst vorzuziehen
ist.
Die Systemsteuerung, Netzwerkumgebung als auch den Arbeitsplatz als Menü
anzeigen geht ebenfalls sicherer
über Eigenschaften Taskleiste, Startmenü--> Startmenü anpassen-> Erweitert
und hier die Startmenüelemente
als Menü einstellen. Die Verwaltungswerkzeuge
wie Computerverwaltung lassen sich ebenfalls hier einstellen,
einfacher und
sicherer als über die Registry direkt und die Änderungen sind sofort
ersichtlich.
Hier vermerkt und merkt die Redaktion
auch, erst nach einem Neustart sind die Änderungen mit deren Methoden aktiv.
Warum das so ist, haben Sie gerade einen Absatz höher gelesen
Warum die Registry eine magische Anziehungskraft auf viele Anwender
ausübt ebenso auf Redaktionen, ist ein Rätsel. Gelegentlich ist ein Eingriff
hier hilfreich und notwendig, evtl. um der Home-Version etwas beizubringen was
sonst nicht ginge, aber sicher nicht um reguläre Einstellungen hier
vorzunehmen.
Microsoft selbst bietet einige Erklärungen und Vorgehensweisen auf seinen Webseiten
an, die private Anwender sicher zu
Lösungen führen. Für den fortgeschrittenen
Anwender, zudem auch noch der englischen Sprache mächtig, gibt es ebenfalls
kompakt eine Reihe von Anleitungen für XP-Pro.
[1] Powertoys - hier TweakUI
[2] Kontextmenü Editor
-Englisch